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Ich habe in meinem Leben so ziemlich alles falsch gemacht, weil ich nicht begriffen habe, daß man mit Hilfsbereitschaft keine Schachpartie gewinnen und mit Intelligenz keine Wunden heilen kann.
-- Peter E. Schumacher deutscher Aphorismensammler und Publizist
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Titel: Die verlorenen Schätze...
Verfasst am: 15.11.2005, 14:10 Uhr
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Anmeldungsdatum: 10. Jan 2005
Beiträge: 405
Wohnort: el mundo
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Die verlorenen Schätze…
…Als vor einigen Monaten Nasrat Parsa erschlagen worden ist und die meisten Menschen (mich eingeschlossen) erst nach seinem Tod erfahren haben, was für ein talentierter Sänger er war, dann tat es mir unheimlich Leid, und als ich vor einigen Wochen von dem grausamen Tod der jungen Dichterin Nadia Anjoman erfuhr und danach ihre Gedichte las, dann tat es sichtlich Weh, mir die Frage stellen zu müssen, warum ich vor ihrem Tod nichts von ihrer Existenz wusste…
In Afghanistan führt das Volk schon seit Jahrzehnten ein, vom Krieg, Elend und Armut geprägtes Leben, und ein kleiner Teil dieses Volkes ist, wie die Scherben eines gebrochenen Glases überall auf der ganzen Welt zerstreut, aber irgendwie und irgendwo werden immer wieder neue Talente geboren, begabte Menschen, die in der Lage sind mit ihren Worten, ihrer Stimme oder ihrem Kunstwerk das Leid, die Sorgen, die Hoffnung und die Freude dieses Volkes wiederzugeben… Aber sie gehen irgendwie zwischen den Welten verloren, sie kommen und gehen, ohne wirklich wahrgenommen zu werden, ohne die nötige Anerkennung zu erhalten, die sie verdienen, ohne zu wissen, dass man sie braucht, dass ihre Botschaft ankommt, dass ihre Stimme gehört wird…
Wir reden oft über Kultur und Tradition und darüber, dass man bestimmte kulturelle Werte unbedingt beibehalten sollte, aber ich habe das Gefühl, dass die wertvollsten Bestandteile unserer Kultur mehr und mehr in Vergessenheit geraten, dass es uns gar nicht mehr bewusst ist, welche bedeutende Rolle Literatur, Kunst und Musik in einer Kultur spielen, dass wir dabei sind, ein Teil unserer Kultur zu verlieren…Womöglich können wir nichts dafür und tragen keine Schuld für diese Misere, oder vielleicht ist es ja gerade UNSERE Aufgabe, diese negative Entwicklung zu stoppen…Vielleicht werden wir es eines Tages ändern, und wenn nicht...???
Ja, was ist wenn nicht? Dann werden wir uns wohl mit dem Gedanken zufrieden geben müssen, dass einige Menschen erst sterben müssen, bevor wir anfangen wahrzunehmen, dass sie überhaupt jemals existiert haben...Verlorene Schätze, die wir erst dann als solches erkennen, wenn sie schon längst nicht mehr da sind.... |
_________________ No es oro todo lo que reluce...
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Saaya
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Titel:
Verfasst am: 19.06.2007, 16:55 Uhr
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Anmeldungsdatum: 19. Jun 2007
Beiträge: 4
Wohnort: Jenseits von Mensch und Zeit
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Dass verloren gegangene Schätze zu einer geliebten Erinnerung werden, beweist noch die heimliche Liebe und Harmonie der afghanischen Gesellschaft, für Poesie und Musik. Ich habe etwas von afghanischen Superstars, etwas von afghanischen Autoren und etwas von afghanischen Dichtern gehört. Beschämend, dass ich sie gleich wieder vergessen habe. Aber Künstler, die der Tod geschlagen hat, haben sich irgendwie einen Platz gesichert. Warum, frage ich mich auch gerade durch Penelope’s scharfen Gedanken und ich fühle mich dabei nicht wohl.
Vielleicht mag es daran liegen, dass man die Angewohnheit hat, gerne Vergleiche aufzustellen. Dadurch vergisst man die neuen Künstler zu fördern und ihnen Anerkennung zu schenken. Ich habe mich gestern auch dabei ertappt, wie ich mir die Frage gestellt habe, warum die Stimme eines Ahmad Zahir bisher nicht wiedergeboren wurde… Und je öfter man nach vergangenem sucht, desto dunkler wird einem das Augenlicht für die Gegenwart. Natürlich soll die Vergangenheit inspirieren und motivieren, die Vergangenheit soll belehren, sie soll er-nähren, aber keinen Stillstand verursachen. Wie viele andere Kulturen jedoch, steht unsere momentan still! Sie lebt nicht, deswegen sterben Talente aus und wir weinen ihnen hinterher. Deswegen führen wir Kriege und tragen Hass im Herzen. Wir haben vergessen:
Poesie, Literatur, Musik und Kunst sind Spender und Verwalter des Friedens. Je mehr eine Kultur mit diesen Wonnen begeben ist, desto mehr findet sich in ihr Seligkeit und Entwicklung. |
_________________ Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muß es besitzen.
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