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Stünden nicht Mädchen mit feurigem Aug am Wege des Lebens, Wahrlich, es wandelte dann ohne Gefahr sich darin!

-- Bhartrihari, 7. Jahrh., indischer Dichter.

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Mangal
Titel: Piano  BeitragVerfasst am: 24.01.2006, 22:43 Uhr
Silbermitgliedschaft



Anmeldungsdatum: 30. Aug 2005
Beiträge: 205

Mein Geschichtslehrer meinte immer, schreibt euren Text und wählt am Ende eine geeignete Überschrift, ich werde seinen Rat befolgen und erst das schreiben, was mir auf dem Herzen liegt.


Kennt ihr das, wenn die Vergangenheit einen einholt?

Vor Jahren kanntest du einen Menschen, der dir etwas bedeutet hat, doch wie es oft so kommt, geht man getrennte Wege, man verliert sich aus den Augen und denkt nicht mehr mal häufig an den alten Weggefährten.

Während all der Zeit sieht man auch die Vergangenheit mit anderen Augen, denn jede neue Erfahrung verändert uns, verändert unser Urteilsvermögen und unsere Selbsteinschätzung.
Ich erinnere mich, wie gut ich mich gefühlt habe, als ich bei einem verbalen Streit mich behaupten konnte, aber jetzt tut mir alles leid, was ich sagte.
Genauso ist es mit alten Freunde, Ex-Freunden, die man zu Bekannten degradiert hat, Bekannte, die man nicht mehr grüssen würde, wenn man sie auf der Strasse sehen würde und wiederum andere Ex-Bekannte, die jetzt in unser Leben eine bedeutende Rolle spielen,............

Ich höre gerade, während ich tippe, ein Lied und dieses Lied ruft Erinnerungen hevor und ich habe keine Erklärung wieso, ich erinnere mich an den Sommer 2003, wie ich eine Allee entlang lief, es war August, später nachmittag und die Hitze war verflogen, ich erinnere mich an den Himmel und dem Windhauch, der mich umhüllte.
Genauso ist es mit den Menschen, die täglich in unser Leben eintauchen und sich wieder verabschieden,.....
Ganz bestimmte Dinger erinnern uns Jahre später, wieso dieser Mensch in unser Leben kam und wieso er dann seines Weges ging.
Besonders komisch wirds, wenn sich Menschen nach Jahren wieder zurückmelden, sie haben sich verändert, oder hat man sich selbst verändert?
Man redet miteinander und fühlt, man passt nicht mehr wie das Schlüssel-Schloss-Prinzip zusammen, wie man früher dachte, die Zeit verändert die Menschen und ihre Welt,........

Ich fragt euch sicherlich, wieso ich das schreibe und wieso ausgerechnet ins Philoforum.
Naja, bisher hat sich keiner mit der Philosphie des sich Kennenlernens und des sich anschliessenden Entkennenlernens beschäftigt, was sind die treibenden Kräfte der zwischenmenschlichen Beziehungen, ausser Geschlechtstrieb und die Angst, allein zu sein?

Schon als Kind war ich ein sehr komischer Einzelgänger, ich kam mit jedem aus, lachte viel und war ein Satansbraten, aber doch ein Einzelgänger und bin es noch.
Die Freundschaft habe ich selten gefunden und fast nie verstanden, denn irgendwie war die Angst vor dem Alleinsein nie wirklich da, ich habe es nie gefühlt,......
Was wollen Menschen von anderen Menschen?
Und wieso lernen sie Freundschaften und Bekanntschaften erst dann zu schätzen, wenn sie mehr als einmal ausgerutscht sind und es war niemand da, der ihnen beim Wiederaufstehen hilft?
Wieso können manche Menschen nicht mit der Vergangenheit abschliessen und weitergehen?Wieso wollen sie der Vergangenheit nachtrauern und ewig darin heulend verweilen?
Alle jene, die aus der Vergangenheit kommen und die Hand nach mir ausstrecken, erkenne ich nicht wieder, denn sie sind anders geworden und das ist gut so. Ich nehme ihre Hand nicht an und reisse mich los.


Naja, ich habe keine passende Überschrift für diese Gedanken finden können,.......ne wartet, ich habs:

Ich nenne es wie das Lied, dass ich gerade höre und das der Auslöser aller hier niedergschriebenen Gedanken war, ich nenne es "Piano"

_________________
Dr. Feelgood
 
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golee
Titel:   BeitragVerfasst am: 24.01.2006, 23:31 Uhr
Aktives Mitglied



Anmeldungsdatum: 27. Jan 2005
Beiträge: 51

ich denke nicht, dass Freundschaften und Beziehungen allein aus einem Geschlechtstrieb oder der Angst vor dem Alleinsein entstehen, da steckt vielmehr dahinter. Der Umgang mit anderen Menschen formt uns, lehrt uns das Leben. Und jeder einzelne Mensch durch den man selbst eine Erfahrung macht, ist ein Zeichen, Zeichen für eine bestimmte Botschaft die dir das Leben vermitteln will.

Wir sind auf die Wärme unserer Mitmenschen genau aus diesem Grund angewiesen, weil diese Wärme uns wie oben erwähnt hilft weiter zu gehen und nicht einfach stehen zu bleiben.
Sogar als Einzelgänger ist man auf sie angewiesen, denn genau das hat dich zu dem gemacht was du jetzt bist.
 
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Mangal
Titel:   BeitragVerfasst am: 25.01.2006, 17:32 Uhr
Silbermitgliedschaft



Anmeldungsdatum: 30. Aug 2005
Beiträge: 205

Was soll diese Wärme sein, von der du redest?
Wieso suchen die allermeisten Menschen nach dieser Wärme?

_________________
Dr. Feelgood
 
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Qais
Titel:   BeitragVerfasst am: 11.10.2006, 19:21 Uhr
Goldmitgliedschaft



Anmeldungsdatum: 25. Feb 2005
Beiträge: 354
Wohnort: Koh e Noor
Als ich die Melodie des Pianos in deinem Text vernahm, streichtete sich auch der Wind deiner Gedanken in mir ein und trotzdem hatte ich es nicht geschafft gehabt auf deinen Topic zu antworten… Warum? Weil ich vielleicht nur eine Melodie wahrgenommen hatte und keine Frage entdecken konnte… Bis eben… Als ich mich fragte:

Was wolltest du von einem anderen Menschen und was wollte ein anderer Mensch von dir,
wenn du doch nie das Gefühl gebraucht zu werden und zu brauchen gekannt hast?

Macht diese Gleichgültigkeit kalt und herzlos, oder ist man doch irgendwo tief verletzlich
und hat sich durch unerfüllten Erfahrungen eine Erkältung eingeholt? Dann sag, wo ist die Medizin!

Sind immerzu andere Menschen in deinen Leben eingetreten und hast auch nicht du einmal Fuss in das Leben eines anderen gesetzt? Und wenn, warst du dann das Geschenk oder hast du auf einen gewartet? Warst du den Menschen, in deren Leben du deine Spuren gesucht hast, ein Geschenk und warst du ein Geschenk für andere Menschen, die in deinem Leben nach einem freien Platz strebten? Und hast du auch darauf Acht genommen, dass du nicht in das Leben eines anderen eintreten solltest, wenn du kein Geschenk bei dir hattest? Haben auch die anderen darauf Rücksicht genommen? Sagte nicht irgendjemand, doch weiss ich nicht mehr wer:

Wenn jemand plötzlich an deine Tür klopft, dann öffne die Tür und halte immer dein Aug offen,
um das Geschenk geben zu können, worum diese Person zu dir gekommen ist.


Aber hast du überhaupt einen Geschenk in dir gehabt oder je gebraucht? Wenn nicht, warum sind trotzdem Menschen in deinem Leben eingetreten? Nur um verletzt zu werden und auch dich zu verletzten, spätestens dann wenn du das Lied "Piano" hörst? Vielleicht hat dir aber jedes dieser Menschen doch einen Geschenk gegeben? Ob du sie gebraucht hast oder nicht, haben sie dich nicht erfahren lassen wer du bist… wer du warst… wer du sein könntest? Und haben vielleicht nicht manche, indem sie dich verlassen haben (oder du sie verlassen hast), dich dazu gebracht zu erfüllen wer du bist?

Sei nicht verletzt und vergib jede Kränkung, auch die,
die du anderen durch Streitigkeiten zugefügt hast…


Warum trachten wir nicht danach aufzubauen, statt zu zerstören?

_________________
4750
 
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sahar84
Titel:   BeitragVerfasst am: 11.10.2006, 20:55 Uhr
Silbermitgliedschaft



Anmeldungsdatum: 18. Apr 2006
Beiträge: 208

Salam!

Natürlich braucht ein Mensch den Kontakt oder irgendeine Beziehung zu einem Menschen um sich entwickeln zu können. Wären die Menschen, die in unserem Leben getreten sind, ausgeblieben, hätten wir uns nicht verändert. Vielleicht wären wir ruhiger, als in unserer Kindheit und vernünfitger, sind wir dann aber reifer? Sind wir dann erwachsen ohne jegliche Erfahrung mit den Mitmenschen? Ich denke nicht.

Qais hat folgendes geschrieben::
Sind immerzu andere Menschen in deinen Leben eingetreten und hast auch nicht du einmal Fuss in das Leben eines anderen gesetzt? Und wenn, warst du dann das Geschenk oder hast du auf einen gewartet? Warst du den Menschen, in deren Leben du deine Spuren gesucht hast, ein Geschenk und warst du ein Geschenk für andere Menschen, die in deinem Leben nach einem freien Platz strebten? Und hast du auch darauf Acht genommen, dass du nicht in das Leben eines anderen eintreten solltest, wenn du kein Geschenk bei dir hattest? Haben auch die anderen darauf Rücksicht genommen? Sagte nicht irgendjemand, doch weiss ich nicht mehr wer:


Warum soll man Acht geben, ob man ein Geschenk für den anderen ist oder ob der Mensch ein Geschenk für einen sein kann. So versucht herauszufinden, ob der Kontakt mit dem Menschen einen Zweck erfüllt oder nicht. Ob man selbst einen Zweck erfüllt oder nicht. Abgesehen von den Menschen mit denen man jahrelang zu tun hatte, lernt man kleine aber manch wichtige Dinge von den Mitmenschen, mit denen man nicht so lange in Kontakt getreten ist.

Natürlich kommt einem der Mensch fremd vor, den man eine Weile nicht gesehen hat, denn auch in dessen Leben sind Menschen getreten, den ihn/ sie beeinflusst hat und er/sie sich somit verändert hat. Und nicht nur diese Person hat sich verändert, sondern auch du. Deswegen funktioniert das Schlüssel-Schloss-Prinzip nicht.

Ist es nicht wichtig Informationen mit den Mitmenschen auszutauschen, abgesehen davon wie lange man mit dem Menschen in Kontrakt tritt?

Jeder Mensch beeinflusst das Leben des anderen Menschen, bewusst oder unbewusst. Auch hier im Forum. Manche kennen sich nicht persönlich und werden das auch wahrscheinlich ihr ganzes Leben lang nicht, doch durch einige Beirtäge des anderen Menschen lernt man und sammelt Erfahrungen.

Ich hoffe ich bin nicht zu sehr vom Thema abgewichen. Wünsche noch einen angenehmen Abend.

Keep smiling. Khuda hafiz

_________________
Reich wird man erst durch Dinge, die man nicht begehrt (Gandhi)
 
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