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Wenn Dein Gegner dir ein Remis anbietet, versuch herauszufinden, weshalb er glaubt schlechter zu stehen.
-- Nigel Short
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Nachricht |
Qais
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Titel: Glaube
Verfasst am: 17.04.2006, 18:32 Uhr
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Anmeldungsdatum: 25. Feb 2005
Beiträge: 354
Wohnort: Koh e Noor
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Salam!
Einen Glauben, den man angenommen hat, kann man auch wieder aufgeben. Schließlich ist man nicht mit dieser Vorstellung geboren worden; man nimmt sie an. Doch was man angenommen hat, kann man wieder ablegen. Der Verstand ist fähig jede Idee, jedes Konzept als ihm gemäß anzunehmen. Genauso gut kann man sie aufgeben, ändern. Das gehört zum Wesen des Verstandes. Und wenn wir genau betrachten, interpretiert und nimmt jeder unterschiedlich wahr. Manch einer ist mit seinem Glauben, nur in Liebe ertränkt. Ein anderer ist verharrt in Gesetzen und strikter Durchsetzung von dem, wovon er überzeugt ist. Und diese Liste soll endlos lang sein.
Frage: Was wäre, wenn überhaupt kein Glaube mehr bleibt?
Das soll nicht bedeuten, man wird Gottlos. Der Sinn der Frage könnte auch so gesehen werden: Wie kann man ohne verstrickten Glauben Gott erkennen? Jeder für sich, niemand für den anderen...
Mit ein wenig Reiz und Ansporn in die Diskussion,
Qais |
Zuletzt bearbeitet von Qais am 09.08.2006, 19:53 Uhr, insgesamt 2 Male bearbeitet
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Deutsch68
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Titel:
Verfasst am: 18.04.2006, 07:10 Uhr
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Anmeldungsdatum: 30. Mai 2004
Beiträge: 925
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Salam Qais,
ich denke schon, dass man eine Beziehung zu Gott aufbauen kann, ohne einer bestimmten Religion regelgetreu anzuhängen. Also einen Glauben an etwas Allmächtiges auch so haben kann, aus einem individuellen Bedürfnis eben, die Komplexität der Welt einfach "geordnet" akzeptieren zu können.
Ich denke, es geht auch weniger darum, dass es Hilfsinstrumente wie Religionen gibt, als vielmehr um die Bereitschaft in einem Menschen, an etwas Bestimmtes zu glauben oder gerade nicht zu glauben.
Da kein Mensch allwissend ist und von seinen Sinnen beeinflusst wird, bin ich außerdem davon überzeugt, dass es keinen Menschen ohne Glauben an irgendetwas gibt.
Khoda hafez
Deutsch68 |
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Qais
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Titel:
Verfasst am: 28.04.2006, 04:45 Uhr
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Anmeldungsdatum: 25. Feb 2005
Beiträge: 354
Wohnort: Koh e Noor
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Walekum Salam Deutsch68 jan,
Dein Beitrag erinnert mich an einer Lehre des Sufismus, welches besagt, dass es so viele Wege zu Gott gibt, wie es Menschen gibt. Weiter könnte man das Ziel aller Religionen als einen betrachten, nämlich den, den Schöpfer zu erkennen. Wobei die Betonung fast in allen Glaubensrichtungen auf die, der Fähigkeit eines jeden Menschen hinweisen, die Begabung zu haben, aus sich Gott erfahren zu können. Heute scheinen die Gesellschaftlichenprägungen dies schier unmöglich gemacht zu haben, denn unendliche Gedanken anderer, die sich als erleuchtet verkaufen, haben sich in uns eingenistet. Spätestens wenn man zu dieser Vorstellung kommt, müsste es doch leicht fallen die dogmatisch, auf Profit geschaffenen Gesetze und Regeln zu erkennen. Aber der Mensch hat etwas, was man Ego nennt. Und dieser kleine Teufel wird dann an alles noch heftiger klammern und lieber den Gegenüber als Gotteslästerer beschimpfen, als sich mit seiner freien Begabung, Recht und Unrecht für seine eigene individuelle Existenz einzuschätzen, zu beschäftigen. Andere Begründung wäre auch, dass wir einfach verdammt faul sind und gerne einladend alles aufnehmen, was uns serviert wird...
Auch die Hähnchen fressen genauso, bis sie irgendwann platzen würden, wenn man sie nicht einsperrt.
Soweit auf fröhliche Tage,
Qais |
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sahar84
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Titel:
Verfasst am: 10.08.2006, 11:31 Uhr
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Anmeldungsdatum: 18. Apr 2006
Beiträge: 208
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Salam
HHmmmm...interessante Frage. Also ich kann mir schon vorstellen, dass es Menschen gibt die keiner Religion angehören, weil sie sich nirgends richtig verstanden oder wohl fühlen, aber trotzdem an etwas höherem glauben. Aber wonach sollen sie leben? Ich meine nach welchen "Gesetzen?" Einfach nur glauben ohne sein Leben nach den Gesetzen auszurichten? Der Mensch ist ja nicht Gottlos aber hat der dann trotzdem ein Glaube??
Jeder lebt sein Glaube anders aus. Der eine verfolgt jedes noch kleine Gesetz und der andere versucht nach den Gesetzen zu leben, aber integriert sich doch in die Gesellschaft und hat sein Glaube tief im Herzen verwurzelt.
Keep smiling. Khuda hafiz |
_________________ Reich wird man erst durch Dinge, die man nicht begehrt (Gandhi)
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Belal
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Titel:
Verfasst am: 11.09.2006, 15:22 Uhr
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Anmeldungsdatum: 06. Sep 2006
Beiträge: 7
Wohnort: Afghanistan
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Salam
| Qais hat folgendes geschrieben:: | Frage: Was wäre, wenn überhaupt kein Glaube mehr bleibt?
Das soll nicht bedeuten, man wird Gottlos. Der Sinn der Frage könnte auch so gesehen werden: Wie kann man ohne verstrickten Glauben Gott erkennen? Jeder für sich, niemand für den anderen...
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Qais jan kannst du die Bedeutung von diesem Teil erklären?Um an Gott zu Glauben, braucht man den Glauben daran denn ohne geht es nicht. Wie kann man ohne Glauben an Gott glauben?
Ich finde aber auch,dass man sich nicht an alle Regeln&Gesetze klammern braucht, um an Gott zu glauben. Auch Leute, die keine Religion annehmen können an Gott oder eine höhere Macht glauben.Das befolgen von Regeln, bei denen nicht einmal sicher ist wo sie genau herkommen, welche Quellen benutzt wurden ... ist keine Vorausetzung dafür. Ein paar Sachen sind auch überholt, und müßen modernisiert und gewandelt werden wie die Menschen es auch getan haben. Ansonsten sind sie heute nicht mehr Anwendbar. |
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Qais
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Titel:
Verfasst am: 11.09.2006, 15:56 Uhr
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Anmeldungsdatum: 25. Feb 2005
Beiträge: 354
Wohnort: Koh e Noor
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Walekum Salam Belal jan!
Der Begriff "Glaube" bezog sich hier auf einen religiösen Kontext. |
_________________ 4750
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Tweety
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Titel:
Verfasst am: 13.09.2006, 00:06 Uhr
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Anmeldungsdatum: 16. Aug 2005
Beiträge: 211
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Salaamchen zu später Stund,
natürlich kann man ohne die Zugehörigkeit an eine Religion an eine höhere Macht glauben.
Inwiefern das jedoch als ein aufrichtiges und reines Glauben an Gott gesehen werden kann, ist fraglich...will mir aber auch nicht erlauben, es zu beurteilen.
Wer wirklich an Gott glaubt und ihn ehrt, wird auch zumindest versuchen, sich an die Regeln und Gesetze zu halten, die herabgesandt wurden.
Es verlangt auch keiner sich auf die faule Haut zu legen, nichts zu hinterfragen und allem blindlings zu folgen. Der Glaube kann nur durch Wissen und Kenntnis der Einzelheiten gefestigt werden und nicht einfach durch Annahme.
Die Behauptung, man glaube zwar an Gott, halte sich aber nicht an die Richtlinien, macht deutlich, dass der Glaube womöglich nicht stark genug ist, um sich dem völlig hinzugeben und dafür auch etwas zu opfern.
Sofern man es überhaupt als "opfern" empfindet.
Man macht sich das ganze eben so angenehm wie möglich und sucht Ausreden dafür, wieso man sich an dieses oder jenes nicht hält.
Ausserdem ist die Religion allgemeingültig und zeitlos und kann nicht nach belieben geändert und "modernisiert" werden. Die Menschen müssen sich an die Religion anpassen und nicht umgekehrt. Würde man das jedoch tun, ist man eher Anhänger seiner eigenen individuellen "Religion", die nach den eigenen Vorlieben massgeschneidert wurde.
Um es mal an einem Beispiel deutlicher zu machen, welches dem oben geschilderten teilweise nahe kommt:
Man kann nicht in einem Staat leben und sich aussuchen, welche Gesetze man befolgen will und welche nicht, dabei dann behaupten, dass man den Staat zwar als eine autoritäre und ordnende Instanz nicht nur akzeptiere, sondern auch achte, sich aber nicht an die Gesetze halte, weil man sie als unnötig und überholt ansieht... |
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Qais
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Titel:
Verfasst am: 20.09.2006, 20:21 Uhr
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Anmeldungsdatum: 25. Feb 2005
Beiträge: 354
Wohnort: Koh e Noor
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Shabet Bakhair Tweety jan,
ein eifersüchtig, intoleranter Gott, der keine Einmischung der dummen Menschen duldet und hart bestraft? Ein Gott, der keine Beleidigung vergisst? Was bringt dann noch hier die Hinterfragung, wenn die Antwort uns allen doch eh schon bekannt scheint? Kappiert endlich, alles worunter die Unterschrift Gottes gesetzt wird ist unhinterfragbar, denn auch wenn du hinterfragst, suchst du nur nach einer angenehmen Antwort das eine und andere Gesetz zurecht zu backen. Man sollte lieber sich selbst fragen, wie offen man für diese Welt ist… Manche scheinen nämlich viel zu eingeschränkt! Und das beste ist, wenn uns irgendeine andere Glaubensrichtung nicht gefällt, schreien wir ihnen hinterher, dass sie eine Fälschung der Gesetze Gottes sind: Kann es möglich sein, dass irgendwie alle aneinander vorbei fliegen?
Natürlich ist es wundervoll einen Glauben zu haben, ihn zu pfelgen und zu erweitern. Und es ist noch herrlicher, wenn wir akzeptieren lernen könnten, dass Gott nicht nur in einem Glauben steckt und dessen Gesetze toleriert, sondern das Herz aller Menschen mit all ihren Glauben, liebevoll deckt. Dann wären wir vielleicht auch fähig, ohne irgendeinen Vorurteil, ein anderes Wesen in die Augen zu schauen. Viel muss gar nicht erklärt werden, man braucht sich einfach in seiner eigenen Welt umzuschauen und die Antworten werden einem nur zufliegen. Und vielleicht wird man auch dann erkennen, dass nur etwas erfolgreich war, wenn es sich mit der Zeit geändert hat...
P.S.: Sogar ein Stein ist dauernd in Bewegung!  |
_________________ 4750
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