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Die Geschichtsschreibung ist der zweite Triumph der Sieger über die Besiegten.
-- Bernard L. Montgomery, 1887 bis 1976, britischer Feldmarschall.
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Tweety
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Titel: Antizionismus = Antisemitismus ?
Verfasst am: 11.09.2006, 18:39 Uhr
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Anmeldungsdatum: 16. Aug 2005
Beiträge: 211
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Hallö,
hab einen lesenswerten Artikel zur umstrittenen Frage, ob man Antizionismus mit Antisemitismus vergleichen könne, gefunden. Gerade in der aktuellen Lage werden Gegner der Politik Israels gerne als Antisemitisten verurteilt, um dadurch deren Kritik als rassistisch abstempeln und demnach als illegitim bezeichnen zu können.
Umso wichtiger ist es also, sich den Unterschied zwischen diesen Begriffen bewusst zu machen.
Der Artikel ist leicht gekürzt worden, aber er gibt trotzdem den wesentlichen Inhalt wieder.
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Israel - Palästina
Antizionismus = Antisemitismus?
Es ist eine der größten und unverschämtesten Lügen dieses Krieges, dass dieser angeblich zwischen der Demokratie (in Gestalt Israels) und islamistischer Despotie und Antisemitismus (vertreten durch Hamas, Hisbollah und jede andere palästinensische oder libanesische Widerstandskraft) geführt würde.
Charakter des Krieges
Doch der Charakter eines Kriegs wird nicht dadurch bestimmt, welche politische Führung oder politische Herrschaftsform das eine oder andere Land kennzeichnet, sondern durch seine Bedeutung, seine Stellung in der imperialistischen Weltordnung, durch den Klassencharakter der kämpfenden Parteien und ihrer Kriegsziele.
Es geht bei diesem Krieg um die Stärkung des zionistischen Staates, seiner herrschenden Klasse und ihrer kolonialen, expansionistischen Ziele sowie das Vorantreiben der imperialistischen Neuordnung des Nahen und Mittleren Ostens.
Es ist daher auch vollkommen korrekt, wenn der Großteil der Libanesen und Palästinenser den Widerstand gegen Krieg und Besatzung unterstützt. Ebenso verdienen jene Teile der israelischen Friedensbewegung Solidarität, die gegen Krieg und Besatzung auftreten.
Eine andere Lüge besteht darin, Antizionismus und Antisemitismus gleichzusetzen. Doch im Gegenteil: der Zionismus ist eine rassistische Ideologie. Der israelische Staat ist ein rassistischer, expansionistischer Staat, der sich auf der Vertreibung und Entrechtung der PalästinenserInnen gründet und diese permanent fortführt. Denn schon vor und besonders seit Gründung des Staates Israel wurden und werden die PalästinenserInnen unterdrückt, vertrieben und terrorisiert; das Recht auf Rückkehr wird den vertriebenen PalästinenserInnen verwehrt. Die Besetzten Gebiete werden in allen zentralen Aspekten (Währung, Wasserversorgung, Zugang über die Grenzen) weiter von Israel und seiner Armee kontrolliert.
Die PalästinerserInnen in Israel sind nur BürgerInnen zweiter Klasse, deren Zugang zum Öffentlichen Dienst und deren Bürgerrechte eingeschränkt und die auch sozial unterprivilegiert sind.
Imperialistische Unterstützung
Ohne permanente imperialistische Unterstützung von jährlich über drei Milliarden Dollar allein aus den USA (davon 1,2 Mrd. Dollar Wirtschafts- und 1,8 Mrd. Dollar Militärhilfe), anderer imperialistischer Länder sowie privater Spender könnte sich der Staat politisch und militärisch nicht halten.
In den letzten Jahren hat sich trotzdem die soziale Kluft, haben sich Arbeitslosigkeit und Armut in Israel auch unter der jüdischen Arbeiterklasse vertieft [...]
Der zionistische Staat ist alles andere als ein sicheres Bollwerk für “die Juden”. Er ist ein Vorposten des Imperialismus. Die zionistische Ideologie legitimiert nicht nur die Unterdrückung der PalästinenserInnen, sie ist zugleich ein Mittel, die jüdische Arbeiterklasse in Israel an der Seite der eigenen Ausbeuterklasse zu halten.
Die Bindung der israelischen ArbeiterInnen an den Zionismus oder ihre Unterstützung für die Kriegspolitik gegen den Libanon hat entgegen populärer Mythen ihre Ursache nicht im Erstarken des Islamismus in Palästina. Das zeigt sich schon daran, dass diese Bindung viel älter ist als das Auftreten der Islamisten. Sie hat vielmehr soziale und politisch-ideologische Wurzeln - eine starke Arbeiteraristokratie und die ideologische Vorherrschaft des Zionismus in praktisch allen gesellschaftlichen Institutionen [...]
Der Anti-Zionismus ist keinesfalls eine politische Position, die nur für Anti-Imperialisten auf der ganzen Welt und für die arabischen Massen wichtig und richtig ist; letztlich muss sie auch zur Position der jüdischen ArbeiterInnen in Israel und auf der ganzen Welt werden.
Der zionistische Staat ist ein Hindernis auf dem Weg zur Befreiung und muss zerschlagen und durch einen gemeinsamen, bi-nationalen Staat ersetzt werden [...]
Martin Suchanek, Neue Internationale 113, August/September 2006 |
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