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Arm ist nicht der der wenig hat sondern der der nie genug bekommen hat.
-- arabisches Sprichwort
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Paiman
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Titel: Immunitätsgesetz in Afghanistan - Segen oder Fluch?
Verfasst am: 13.02.2007, 15:36 Uhr
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Anmeldungsdatum: 07. Jun 2004
Beiträge: 1878
Wohnort: Austria
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In Afghanistan ist ein Streit zwischen moderaten Kräften und ehemaligen Kriegern entbrannt: Ein Gesetz soll allen kriegsbeteiligten Gruppierungen Immunität garantieren. Präsident Karsai steht unter Druck. Ohne Gerechtigkeit wird es keinen Frieden geben, sagen viele Menschenrechtler in Afghanistan. Sie verlangen, dass allen Kriegsverbrechern in Afghanistan der Prozess gemacht wird. Doch die Mehrheit der Ulusi Jirga, der ersten Kammer des afghanischen Parlaments, die fest in der Hand der ehemaligen Krieger ist, sieht das anders. Sie meint: Ohne Immunität für alle Kriegsbeteiligten wird das Land am Hindukusch nie zur Ruhe kommen, der Bürgerkrieg wird nie aufhören.
Vor wenigen Wochen brachte eine Gruppe aus überwiegend ehemaligen Mudschaheddin-Führern und heutigen Abgeordneten den Entwurf des neuen Gesetzes zur nationalen Versöhnung in die Ulusi Jirga ein. Die Abgeordneten nahmen den Gesetzentwurf der "Nationalen Versöhnung" schließlich mit großer Mehrheit an. Punkt eins der elf Punkte verlangt, dass die ehemaligen Mudschaheddin geehrt und aufgrund ihrer Verdienste um Religion und Vaterland vor allen Angriffen und Vorwürfen geschützt werden sollen.
Den umstrittensten Punkt zwei erklärt Saleh Registani, ein Abgeordneter der Ulusi Jirga, so: "Alle Kriegsbeteiligten der vergangenen 28 Jahre sollen Immunität genießen. Darüber hinaus soll es keinem mehr möglich sein, eine bestimmte politische Gruppe aufgrund von Kriegsverbrechen vor Gericht zu zerren."
Dadurch kann, so Registani, dem Frieden im Land am besten gedient werden. Denn wenn sich niemand mehr vom Staat verfolgt fühlt, wird ihn auch niemand mehr bekämpfen. Die Befürworter des neuen Gesetzes haben zwei weitere Argumente: Da der Prophet Mohammed nach der Eroberung von Mekka allen seinen Gegner vergeben habe, sollten es die Afghanen ihrem Propheten gleich tun. Und: Da Afghanistan ein Land der dritten Welt ist, soll es dem Beispiel Südafrikas folgen und keine Vergeltung üben.
Solche Argumente überzeugen jedoch nicht alle. Seit Tagen ist lautstarke Kritik zu hören. Farid Mutaqi, Sprecher der unabhängigen Menschenrechtskommission, sieht das afghanische Parlament rechtlich nicht in der Lage, über Kriegsverbrechen zu entscheiden. "Nur den Opfern der Kriege in Afghanistan steht es zu, den Kriegsbeteiligten in ihrem Land zu verzeihen oder eben nicht", sagt er. "Wir sollten jene Mütter und Väter befragen, die ihre Kinder verloren haben. Wir sollten jene Frauen fragen, die vergewaltigt worden sind, und jene Kinder, die ihre Familienmitglieder haben sterben sehen.".....
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Was meint ihr dazu?! Welcher Weg ist der bessere? |
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Wenn niemals Du in Sorge um den anderen brennst,
verdienst Du nicht, dass Du Dich einen Menschen nennst.
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sahar84
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Titel:
Verfasst am: 15.02.2007, 06:46 Uhr
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Anmeldungsdatum: 18. Apr 2006
Beiträge: 208
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Salam alaikum!
Also wie kommen sie dazu so etwas zu verlangen und das mit solchen banalen Argumenten?? Wozu gibt es in jedem Land Gesetze? Jeder der etwas schlechtes gemacht hat wird bestraft. Es kann doch nicht sein, dass die Kriegsverbrecher, die anderen Menschen Leid zugefügt haben, Immunität genießen sollen.
Die Zusammenstellung des Parlaments ist auch wieder unvorteilhaft. Es sind zum Teil die gleichen Leute, die sich jeder Gruppe anschließen um hauptsache ganz vorn dabei zu sein. Sie sollen Gerechtigkeit bringen in unserem Land? Wenn so etwas durchkommt, dann macht Afghanistan einen Rückschritt und nicht einen Fortschritt.
Khuda hafiz
Sahar |
_________________ Reich wird man erst durch Dinge, die man nicht begehrt (Gandhi)
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Paiman
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Titel:
Verfasst am: 16.02.2007, 21:13 Uhr
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Anmeldungsdatum: 07. Jun 2004
Beiträge: 1878
Wohnort: Austria
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Sallam Sahar84jan,
die Banalität dieser Aussagen liegen auf der Hand, kein vernunftbegabter Mensch wird derartigen Vergleiche ziehen, wie die Herren es dort vertreten....
Doch welcher Weg könnte man denn einschlagen, wenn man auf der einen Seite nationale Versöhnung anstreben möchte und auf der anderen Seite diesen Kriegsverbrechern (wohlbemerkt mit ihren immer noch vorhandenen Macht + Gefolgschaft) für ihr Vergehen zur Verantwortung ziehen möchte?!
LG
Paiman |
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Wenn niemals Du in Sorge um den anderen brennst,
verdienst Du nicht, dass Du Dich einen Menschen nennst.
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sahar84
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Titel:
Verfasst am: 19.02.2007, 10:40 Uhr
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Anmeldungsdatum: 18. Apr 2006
Beiträge: 208
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Salam Paiman jan
Natürlich ist es schwierig hierfür eine gerechte Lösung zu finden, aber unser President muss das irgendwie lösen, ohne die Bürger vor dem Kopf zu stoßen. Denn nach all den Kriegen ist das Misstrauen groß und es würde dem Land nicht helfen, wenn das Volk den Presidenten nicht mehr vertraut oder gar gegen ihn sind. Wer würde dann die Chance nutzen und die Macht an sich reißen? Es sind mehrere Faktoren die hier mitspielen.
Jeder weiß, dass genau diese Menschen immer noch ihre Macht haben trotz ihrer Taten und dass die Gefolgschaft auf jeden Fall existiert, doch sollte man die Augen zu machen, sich umdrehen und alles vergessen lassen? Das wär doch sehr unfair gegenüber den Menschen, die Recht haben, wenn sie sagen, dass genau solche Menschen keine Immunität genießen sollen.
Was würdest du vorschlagen? Was könnte man in so einer Situation machen? Es ist schwierig, aber unser President ist ja dafür da schwierige Dinge zu lösen ;-)
Khuda hafiz
Sahar |
_________________ Reich wird man erst durch Dinge, die man nicht begehrt (Gandhi)
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_OM_
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Titel:
Verfasst am: 20.02.2007, 12:04 Uhr
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Anmeldungsdatum: 25. Aug 2006
Beiträge: 34
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Es gibt viele, viele Gesetze. Diese lassen sich zwar als „Gesetz“ anerkennen, beschreiben jedoch zugleich nicht den seelischen Zustand und die danach folgende Handlungen jener Menschen, die sich in der Regel solchen Gesetzen unterwerfen müssten. Es können tausende von solchen Immunitätsgesetze in einem Land herrschen, solange jedoch das Volk kein inneres Frieden findet, wird es kein Handeln nach KEINEN Gesetzen geben. Es gibt kein höheres Gericht als das unseres eigenen Gewissens. Die wichtigsten Gesetze entstehen dort… das sind auch die Gesetze, denen wir viel mehr Folge leisten als solche, die in großen Sälen unter „großen“ Menschen entstehen.
Ich möchte damit sagen, dass das afghanische Volk zum größten Teil noch weit entfernt von jeglichem Friedensprozess ist. Afghanen sind Opfer und Täter gewesen… sowohl aktiv als auch passiv. Die Erlebnisse der letzten Jahre sind tief in ihrer Seele verankert. Hass, Rache, Zerstörung… Blut, Missgunst, Neid, Komplexe, Betrug… ja, solche Begrifflichkeiten können kein Frieden anstreben. Doch genau DIESE beschreiben den seelischen Zustand VIELER Afghanen. Solange das der Fall ist, kann kein Frieden herrschen, auch wenn zigtausend Gesetze im Namen der Versöhnung zum eigenen Profit (missbraucht/) erlassen werden.
Versöhnung findet doch erst im Herzen statt bevor es irgendwie weitere Formen annimmt.
Wie sieht in Euren Herzen aus? Hm? In wieweit seid IHR bereit, zu vergeben? Zu vergessen? Neu anzufangen? Unter welchen Bedingungen? Wie nah seid Ihr dem Frieden? Hm? Unabhängig vom Erlass irgendwelcher Gesetze? Formuliert mal Eure Immunitätsgesetze… |
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Paiman
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Titel:
Verfasst am: 24.02.2007, 11:18 Uhr
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Anmeldungsdatum: 07. Jun 2004
Beiträge: 1878
Wohnort: Austria
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Sallam Sahar84jan und _OM_jan,
@_Om_ Jan,
ich glaube ich bin missverstanden worden.... es geht nicht um die Aufzählung der aktuellen Lage... wir alle haben unseren Wunden. Unabhängig davon ob man aktiv, passiv oder gar nicht beteiligt war, so tragen alle ihre Schmerzen in sich.... sei es einfach nur die Flucht ins Exil.... Physische und Psychische Belastungen gehören bei den Meisten zum Alltag.
Wie kann man mit diese Situation umgehen?! Wenn Täter gleich als Opfer gelten und Opfer zugleich auch Täter waren?! Ob Versöhnung nun im Herzen stattfindet oder nicht, kann man emotional sicherlich gut vertreten. Doch bei über 27 Mio Menschen gibt es wiederum Millionen verschiedene Emotionen... und Anarchie könnte die Folge sein.
Wichtig ist dass Rahmenbedingungen für eine "Versöhnung" erschaffen werden.... doch wie könnten diesen Rahmenbedingungen aus eurer Sicht aussehen? Auf welche rationale Basis soll sie beruhen? Wer kann/darf sie überhaupt erstellen? Können Eltern überhaupt mit den Mördern ihrer Kinder einen Versöhnungskurs anstreben?!
In Irak hat man gleich mit dem "Köpfen" angefangen, wie man gemerkt hat, auch nicht der richtige Weg.... Oder vielleicht doch?!
Würde mich freuen wenn ich einigen weiteren Meinungen zu lesen bekäme, bevor ich meine Ansichten hier vertrete...
LG
Paiman |
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Wenn niemals Du in Sorge um den anderen brennst,
verdienst Du nicht, dass Du Dich einen Menschen nennst.
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_OM_
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Titel:
Verfasst am: 24.02.2007, 15:08 Uhr
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Anmeldungsdatum: 25. Aug 2006
Beiträge: 34
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Um gesunde Rahmenbedingungen für ein gesundes Weiterkommen, ein Loslösen aus dem Schlamm kriegerischer Umstände und für die Erstellung humaner Grundlagen für humane Entwicklung verschaffen zu können, werden „unbefleckte“ und zugleich kompetente Menschen benötigt. Wie viele davon gibt es denn schon? Und wenn es sie gibt, wie viele davon haben das Sagen? Und wenn sie das Sagen haben. Was sagen sie denn schon Neues?
Reden… reden, reden. Tun wir seit Jahren. Sowohl unsere Ältere als auch wir, reden endlos. Kennen das besagte Problem bestens. Gerade diese Tabaq-e Roshanfekraan. Wieviel Fekr-e Roshan sie haben, ist eine andere Sache… die andere Seite der Medaille so zu sagen. Für die Handlung fehlt uns aber die Courage. Oder doch die tiefste Überzeugung von eigenen Worten?
Paiman Jaan, entschuldige mich, dass ich den Spielverderber spiele. Aber ehrlich gesagt, will ich keine Lösungen mehr für ein Problem suchen, um sie dann begraben zu können.
Den einzig großen Gefallen, den wir mehr oder minder unserem Land tun können, ist selbst ein besseres Beispiel zu sein, als das was Afghanistan zu präsentieren vermeint. Wir können eine bessere Familienstruktur gründen, basierend auf all den wichtigen Komponenten, die das Leben in einer Gemeinschaft und alleine friedevoll und schmackhaft zugleich machen. Vielleicht schaffen es dann unsere Kinder, zu handeln, ohne viel zu reden.
P.S.: Das Chaos in meinen Worten Bakhshesh Baasha. Nebenbei Bolaani zu kochen, verursachte dies- Bolaani Schuld! |
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Paiman
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Titel:
Verfasst am: 11.03.2007, 21:30 Uhr
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Anmeldungsdatum: 07. Jun 2004
Beiträge: 1878
Wohnort: Austria
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Venus
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Titel:
Verfasst am: 14.03.2007, 13:08 Uhr
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Anmeldungsdatum: 09. Mar 2005
Beiträge: 115
Wohnort: hier&da
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Salam,
einerseits ist es eine Unverschämtheit, dass diese Verbrecher so etwas verlangen. Andererseits muss die Regierung eine Entscheidung treffen, die zum Wohle des Landes ist. Noch mehr Chaos darf in diesem Land nicht mehr geben. |
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