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Gul-e-Maydan
Titel:   BeitragVerfasst am: 19.01.2006, 19:46 Uhr
Smaragdmitgliedschaft



Anmeldungsdatum: 18. Mar 2005
Beiträge: 919

Süß Ferdaus jan,
hast Du das selbst geschrieben?
 
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Mulder
Titel:   BeitragVerfasst am: 20.01.2006, 09:59 Uhr
Goldmitgliedschaft



Anmeldungsdatum: 11. Jun 2004
Beiträge: 485
Wohnort: irgendwo in Deutschland
Das ist mein absoluter Favorit:

Die Füße im Feuer

Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Turm
Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Ross
Springt ab und pocht ans Tor und lärmt. Sein Mantel saust
Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest.
Ein schmales Gitterfenster schimmert goldenhell
Und knarrend öffnet jetzt das Tor ein Edelmann ...

- "Ich bin ein Knecht des Königs, als Kurier geschickt
Nach Nîmes. Herbergt mich! Ihr kennt des Königs Rock!"
- "Es stürmt. Mein Gast bist du. Dein Kleid, was kümmerts mich?
Tritt ein und wärme dich! Ich sorge für dein Tier!"
Der Reiter tritt in einen dunkeln Ahnensaal,
Von eines weiten Herdes Feuer schwach erhellt,
Und je nach seines Flackerns launenhaftem Licht
Droht hier ein Hugenott im Harnisch, dort ein Weib,
Ein stolzes Edelweib aus braunem Ahnenbild ...
Der Reiter wirft sich in den Sessel vor dem Herd
Und starrt in den lebendgen Brand. Er brütet, gafft ...
Leis sträubt sich ihm das Haar. Er kennt den Herd, den Saal ...
Die Flamme zischt. Zwei Fusse zucken in der Glut.
Den Abendtisch bestellt die greise Schaffnerin
Mit Linnen blendend weiss. Das Edelmägdlein hilft.
Ein Knabe trug den Krug mit Wein. Der Kinder Blick
Hangt schreckensstarr am Gast und hangt am Herd entsetzt ...
Die Flamme zischt. Zwei Füsse zucken in der Glut.

- "Verdammt! Dasselbe Wappen! Dieser selbe Saal!
Drei Jahre sinds ... Auf einer Hugenottenjagd ...
Ein fein, halsstarrig Weib ... `Wo steckt der Junker? Sprich!'
Sie schweigt. `Bekenn!' Sie schweigt. `Gib ihn heraus!' Sie schweigt.
Ich werde wild. Der Stolz! Ich zerre das Geschöpf ...
Die nackten Füsse pack ich ihr und strecke sie
Tief mitten in die Glut ... `Gib ihn heraus!' ... Sie schweigt ...
Sie windet sich ... Sahst du das Wappen nicht am Tor?
Wer hiess dich hier zu Gaste gehen, dummer Narr?
Hat er nur einen Tropfen Bluts, erwürgt er dich." -
Eintritt der Edelmann. "Du träumst! Zu Tische, Gast ..."

Da sitzen sie. Die drei in ihrer schwarzen Tracht
Und er. Doch keins der Kinder spricht das Tischgebet.
Ihn starren sie mit aufgerissnen Augen an -
Den Becher füllt und übergiesst er, stürzt den Trunk,
Springt auf: "Herr, gebet jetzt mir meine Lagerstatt!
Müd bin ich wie ein Hund!" Ein Diener leuchtet ihm,
Doch auf der Schwelle wirft er einen Blick zurück
Und sieht den Knaben flüstern in des Vaters Ohr ...
Dem Diener folgt er taumelnd in das Turmgemach.

Fest riegelt er die Tür. Er prüft Pistol und Schwert.
Gell pfeift der Sturm. Die Diele bebt. Die Decke stöhnt.
Die Treppe kracht ... Dröhnt hier ein Tritt? Schleicht dort ein Schritt? ...
Ihn täuscht das Ohr. Vorüberwandelt Mitternacht.
Auf seinen Lidern lastet Blei, und schlummernd sinkt
Er auf das Lager. Draussen plätschert Regenflut.

Er träumt. "Gesteh!" Sie schweigt. "Gib ihn heraus!" Sie schweigt.
Er zerrt das Weib. Zwei Füsse zucken in der Glut.
Aufsprüht und zischt ein Feuermeer, das ihn verschlingt ...
- "Erwach! Du solltest längst von hinnen sein! Es tagt!"
Durch die Tapetentür in das Gemach gelangt,
Vor seinem Lager steht des Schlosses Herr - ergraut,
Dem gestern dunkelbraun sich noch gekraust das Haar.

Sie reiten durch den Wald. Kein Lüftchen regt sich heut.
Zersplittert liegen Ästetrümmer quer im Pfad,
Die frühsten Vöglein zwitschern, halb im Traume noch.
Friedselge Wolken schwimmen durch die klare Luft,
Als kehrten Engel heim von einer nächtgen Wacht.
Die dunkeln Schollen atmen kräftgen Erdgeruch,
Die Ebne öffnet sich. Im Felde geht ein Pflug,
Der Reiter lauert aus den Augenwinkeln: "Herr,
Ihr seid ein kluger Mann und voll Besonnenheit
Und wisst, dass ich dem grössten König eigen bin.
Lebt wohl! Auf Nimmerwiedersehn!" Der andre spricht:
"Du sagsts! Dem grössten König eigen! Heute ward
Sein Dienst mir schwer ... Gemordet hast du teuflisch mir
Mein Weib! Und lebst ... Mein ist die Rache, redet Gott"


Könntet ihr in einer solchen Situation ebenso handeln wie der Familienvater?

_________________
---Ein kluger Mensch bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.---
 
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Tahzeeb
Titel:   BeitragVerfasst am: 26.04.2006, 21:05 Uhr
Smaragdmitgliedschaft



Anmeldungsdatum: 23. Jun 2004
Beiträge: 877

Salam Zusammen,
dieses Gedicht ist nicht unbedingt eines von meinen Lieblings Gedichten, aber auch ein sehr schönes….

Kennst du den Moment zwischen Wachen und Schlafen?
Der Moment an dem unsere Träume Wirklichkeit sind.
In diesem Moment werde ich auf dich warten.
Für diesen Moment sind wir füreinander bestimmt.

Siehst du die Regentropfen dort auf der Scheibe,
sie fließen herab schon eine ganze Weile.
In jedem dieser Tropfen ist meine Liebe,
für dich versteckt in Ewigkeit geblieben.

Ich fühlte den Wind in meinen Haaren,
fühlte die Kälte die in mein Herz gefahren.
Sag mir warum ist dies passiert,
warum mussten wir verlieren.

jetzt da du fort bist,
wo meine Sonne fort ist.
Ist die Dunkelheit Herrscher dieser Welt.
Nichts von dir ist da,
keiner der mein Leben erhellt.

Ich schau auf die Tropfen auf der Scheibe,
sehe deine Augen in dem Regen,
sehe sie wie die Tropfen hinausgeleiten aus meinem Leben

_________________
H O F F N U N G ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.
 
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Mahtab
Titel:   BeitragVerfasst am: 20.06.2007, 00:20 Uhr
Goldmitgliedschaft



Anmeldungsdatum: 08. Jan 2006
Beiträge: 369
Wohnort: mal hier mal da...
Salamoona...

@Tanha jan: sehr schön, danke fürs posten icon_smile.gif

Die Stimmen der Natur - Khalil Gibran

Wenn die Vögel singen, rufen sie dabei die Blumen des Feldes oder sprechen sie mit den Bäumen,
oder ist ihr Gesang nur ein Widerhall dessen, was das Bächlein murmelt?
Der Mensch mit all seiner Klugheit kann nicht verstehen,
was die Vögel sagen oder was der Bach vor sich hinmurmelt oder was die Wellen flüstern,
wenn sie langsam und sanft den Strand berühren.

Der Mensch in all seiner Klugheit kann nicht verstehen,
was der Regen spricht, wenn er auf die Blätter in den Bäumen fällt oder wenn er aufs Fensterbrett tropft.
Er weiß nicht, was der flüchtige Wind den Blüten zu erzählen hat.

Aber das Herz des Menschen ist imstande,
die Bedeutung dieser Stimmen zu fühlen und zu begreifen.
Oftmals bedient sich die ewige Wahrheit einer geheimnisvollen Sprache.
Seele und Natur unterhalten sich miteinander, während der Mensch abseits steht, sprachlos und verwirrt.
Und hat der Mensch nicht Tränen vergossen über diese Stimmen?
Sind seine Tränen nicht ein beredtes Zeugnis seines Verstehens



Mahtab

_________________
Lass dich gut beraten, bevor du beginnst; doch wenn du dich entschieden hast, handle sofort!
 
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Saaya
Titel:   BeitragVerfasst am: 20.06.2007, 16:39 Uhr
Aktives Mitglied



Anmeldungsdatum: 19. Jun 2007
Beiträge: 4
Wohnort: Jenseits von Mensch und Zeit
Darf der hier fehlen?

Rilke:

D E R P A N T H E R


Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

_________________
Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muß es besitzen.
 
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