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Klug kann nur ein guter Mensch sein
-- Aristoteles
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Verfasst von: Afghan-Info Team ::: am Donnerstag, 15. Februar 2007, 23:37 Uhr ::: 93 Aufrufe
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Die ausländischen Truppen in Afghanistan wollen versorgt sein. Einheimische liefern die Waren mit Lastwagen an: ein lebensgefährliches Unterfangen.
Wenn Khan Aga den Mercedes-Diesel anwirft, Gas gibt und den Lastwagen aus Kabul heraus nach Süden steuert, weiß er nicht, ob er seine Ehefrau und seine acht Kinder je wiedersehen wird. Agas ständiger Begleiter ist die Angst. Seine Fracht aus gekühlten Lebensmitteln ist kaum brisant, seine Auftraggeber sind es aber: Der 37-jährige Trucker, der wie 50 aussieht, versorgt ausländische Armeelager in Afghanistan - und ist ein rollendes Angriffsziel für die radikal-islamischen Taliban. Seit einem Jahr macht Aga die Arbeit. Der Lastwagen gehört einer afghanischen Firma, die mit den Aufträgen harte Dollar verdient. An der Seite des Lkw steht in großen Lettern "Kühltransporte Sebastian Beisl", doch statt für Herrn Beisl aus dem niederbayerischen Oberdietfurt rollt der Laster nun für die Nato und die US-geführten Koalitionstruppen über afghanische Pisten. Drei Mal wurde Aga bisher angegriffen. Drei Kollegen, die er kannte, wurden ermordet. Viele starben, die er zuvor nie gesehen hatte. Zuletzt wurde Agas Lkw vor einem Vierteljahr auf der Todesroute zwischen dem südafghanischen Kandahar und dem weiter nördlich gelegenen Ghasni von Taliban-Kämpfern beschossen.
Trotz zwei platter Hinterreifen gab Aga Vollgas, der Lastwagen hinter ihm ging im Kugelhagel in Flammen auf. "Ich habe nicht angehalten", sagt Aga. In dem lebensgefährlichen Job ist sich jeder selber der nächste. Vor einem halben Jahr hatte der Trucker weniger Glück - er fuhr gerade eine Lieferung für die US-Armee in der westafghanischen Provinz Farah, als ein Pritschenwagen der Taliban ihn zum Anhalten zwang. Die Rebellen setzten den Lkw in Brand, verbanden dem Fahrer die Augen und brachten ihn an einen unbekannten Ort. "Sie legten mich auf den Boden, einer hielt meine Schultern, ein anderer meine Füße", sagt Aga. "Ein Dritter schlug mit einem Eisenrohr auf mich ein."
Noch heute nehme er deswegen Medikamente, sagt der Lkw-Fahrer. Die Lektion, die ihm die Taliban mit auf den Weg geben wollten, nachdem sie ihm Geld und Telefon abgenommen und ihn mit noch immer verbundenen Augen am Straßenrand absetzten: Arbeite nie mehr für die ausländischen Besatzer. Aga ignoriert ihre überdeutliche Warnung. "Ich habe keine Wahl", sagt er. "Ich muss eine große Familie ernähren." Wer für die ausländischen Truppen fährt, verdient 300 Dollar im Monat - das dreifache des üblichen Trucker-Lohns.
CAN MEREY, DPA
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