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Afghanischer Goldschatz sorgt in USA für Streit

Verfasst von: Afghan-Info Team ::: am Donnerstag, 07. Juni 2007, 17:26 Uhr ::: 78 Aufrufe

Nachrichten Antike Goldobjekte aus Afghanistan sollen in mehreren amerikanischen Museen gezeigt werden. Kulturexperten befürchten jedoch erhebliche Nachteile für die Leihgeber. Eine in den USA geplante Wanderausstellung von rund 20.000 Goldobjekten aus Afghanistan ist bei Kulturexperten auf scharfe Kritik gestoßen. Wie die «New York Times» am Mittwoch berichtet, hat die National Geographic Society der Regierung in Kabul für die Leihgaben eine Million Dollar und 40 Prozent der Einnahmen zugesichert. Die Schätze aus dem antiken Baktrien sollen im Metropolitan Museum of Art in New York, der National Gallery of Art in Washington, dem Asian Art Museum in San Francisco und dem Museum of Fine Arts in Houston zu sehen sein. Als erste Etappe der Wanderausstellung ist im kommenden Mai Washington vorgesehen.
Eine ehemalige Mitarbeiterin der staatlichen amerikanischen Stiftung NEH, die geisteswissenschaftliche Projekte fördert, befürchtet erhebliche Nachteile für Afghanistan. Die am vergangenen Wochenende in Kabul vereinbarte finanzielle Gegenleistung werde nicht ausreichen, um die hohen Kosten für Afghanistan zu decken, sagte Lynne Munson der Zeitung. Der Schatz aus Baktrien, einer Landschaft an der Seidenstraße nördlich vom Hindukusch, sei der kostbarste Besitz des ärmsten Volks der Erde.

Laut dem Abkommen hat Afghanistan ein Anrecht auf Gelder von Museen und Sponsoren für die Leihgaben, nicht aber auf Einnahmen aus Ticket- oder Katalogverkäufen. Auch die Leiterin der Gesellschaft zum Erhalt des kulturellen Erbes Afghanistans, Ana Rosa Rodriguez, ist der Ansicht, dass die Regierung in Kabul von der National Geographic Society über den Tisch gezogen worden sei.

Der Goldschatz - Schmuckstücke, Grabornamente und Gebrauchsgegenstände - war 1978 von dem russisch-griechischen Archäologen Viktor Sarianidi in einer Grabstätte in Tillia-Tepe im Norden Afghanistans entdeckt worden. Als 1989 die islamistischen Taliban die damalige kommunistische Regierung zunehmend in Bedrängnis brachten, ließ Präsident Mohammed Nadschibullah das Gold verstecken.

Nach seinem Sturz 1992 wurde jahrelang angenommen, dass der Schatz in die Hände von Plünderern gefallen sei. Erst 2004 wurden die Objekte in einem Banksafe nahe des früheren Königspalastes in Kabul wiedergefunden. Sie gehörten zu den wenigen kulturellen Zeugnissen, die die Herrschaft der Taliban 1996 bis 2001 überdauert hatten. Kuratoren und Beschäftigte des Museums in Kabul hatten den Schatz vor den Islamisten verborgen und sich damit selbst in große Gefahr begeben.

Um den Wert der Objekte zu veranschaulichen, ziehen amerikanische Kulturexperten einen Vergleich zu dem Schatz des ägyptischen Pharaos Tutenchamuns, die 2004 auf eine Wanderausstellung geschickt wurden.

Die Regierung in Kairo habe zehn Millionen Dollar pro Station beansprucht sowie einen Anteil von rund 50 Prozent aus allen Einnahmen durch die Schauen. Die Ägypter hätten alle Eintrittsgelder und 80 Prozent aus den Verkäufen in Museumsshops bekommen, sagte der frühere Direktor des Metropolitan Museums, Thomas Hoving.

Unklarheiten über die Versicherung der afghanischen Exponate sind ein weiteres Risiko für die Unternehmung. Etwa 100 Objekte wurden kürzlich im Pariser Musée Guimet gezeigt und sind inzwischen in die norditalienische Stadt Turin gebracht worden. Unter welchen Bedingungen diese Ausstellung stattfindet, ist laut der Zeitung ebenfalls ungewiss. (nz)

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