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Der Mensch lebt nicht von Wörtern allein, ungeachtet der Tatsache, daß er sie manchmal schlucken muß.
-- Adlai Ewing Stevenson, britisch-amerikanischer Politiker 1900 -1965
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Verfasst von: Afghan-Info Team ::: am Sonntag, 01. Juli 2007, 14:41 Uhr ::: 89 Aufrufe
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Bis zu 130 Menschen sollen nach afghanischen Angaben bei Luftangriffen der Schutztruppe Isaf im Süden Afghanistans getötet worden sein - unter ihnen viele Frauen und Kinder. Isaf-Sprecherin Carl wollte die Opferzahl bislang jedoch nicht bestätigen. Sie sei "viel zu hoch". Die internationale Afghanistan-Schutztruppe Isaf hat das Bombardement aus der Luft bestätigt. Doch Sprecherin Maria Carl hält sich mit den Einzelheiten zurück: "Uns liegen Berichte vor, aber die Operation ist noch nicht beendet," sagte sie. "Wir kennen noch nicht alle Details, aber die Opferzahlen, die jetzt im Raum stehen, sind viel zu hoch. Ausgehend von dem vorliegenden Material sind es deutlich weniger Opfer", so die Isaf-Sprecherin. Dass möglicherweise viele Zivilisten unter den Toten sind, streitet Carl allerdings auch nicht ab. "Wir bemühen uns bei allen Isaf-Operationen, die Zahl der Opfer so gering wie möglich zu halten. Wenn es also tote Zivilisten gibt, dann tut uns das sehr leid."
Die Isaf begann, aus der Luft zu bombardieren, nachdem Taliban-Kämpfer im Bezirk Gerischk einen Militärkonvoi von US-Soldaten und afghanischen Soldaten angegriffen hatten. Sie sprengten zwei Fahrzeuge in die Luft und eröffneten das Feuer. Die Soldaten erwiderten das Feuer und forderten Luftunterstützung an. Bei dem anschließenden Bombardement sollen nach Angaben der örtlichen Polizei bis zu 130 Menschen ums Leben gekommen sei - Bewaffnete und Zivilisten. Erzürnte Dorfbewohner berichteten von bis zu 80 toten Menschen, darunter auch viele Frauen und Kinder.
Die Isaf beschuldigt die Taliban, sich nach Attacken gezielt in die Dörfer zurückzuziehen, um sie als Schutzschild zu missbrauchen. Erst in der vergangenen Woche waren bei einem Nato-Luftangriff im gleichen Bezirk in der umkämpften, südafghanischen Provinz Helmand mindestens 25 Zivilisten ums Leben gekommen.
Das veranlasste den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, eine wütende Brandrede zu halten, in der er die internationalen Truppen ungewöhnlich scharf angriff: "Wir wollen mit der internationalen Gemeinschaft kooperieren. Wir sind dankbar für die Hilfe. Aber das heißt nicht, dass afghanisches Leben nichts bedeutet. Afghanisches Leben ist nicht billig, und darf nicht billig behandelt werden", so Karsai.
In einer eilig einberufenen Pressekonferenz am vergangenen Samstag appellierte er deshalb eindringlich an alle ausländischen Truppen im Land, sich besser mit der afghanischen Regierung und der afghanischen Armee abzustimmen. Sein Land könne die hohe Zahl ziviler Opfer nicht länger hinnehmen, die durch die Operationen der Isaf und der US-geführten Anti-Terror-Koalition entstünden. "Man bekämpft Terroristen nicht, in dem man aus großer Distanz mit Kanonen auf sie schießt", sagte Karsai. "Wer das tut, nimmt billigend in Kauf, dass Zivilisten sterben."
Von Sandra Petersmann, Deutsche Welle, zurzeit in Kabul
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