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Sich zu beeilen nützt nichts. Zur rechten Zeit aufzubrechen ist die Hauptsache.
-- Jean de la Fontane
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Verfasst von: Afghan-Info Team ::: am Donnerstag, 29. November 2007, 12:12 Uhr ::: 256 Aufrufe
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KABUL. In Afghanistan werden schon Babys mit Opium ruhig gestellt, damit sie die Erwachsenen nicht bei der Arbeit stören. Viele bleiben dann ihr Leben lang süchtig. Im schmutzigen Hof eines armseligen Hauses im Norden des Landes arbeiten sechs Frauen im Freien an einem Teppich. Ein Hund bellt, eine Kuh und ein paar Schafe gehören auch zum Haus. Und eine Menge Kinder. Die älteren helfen bei der beschwerlichen Knüpfarbeit, die einen Monat bis ein Jahr alten Babys schlafen friedlich dank einer kleinen Dosis Opium. „Es ist ganz normal hier, ihnen Opium zu geben, damit sie uns nicht bei unserer Arbeit stören“, sagt Nasira, eine der Teppichknüpferinnen, die den ganzen Tag im Einsatz sind. Die meisten Familien hier im Bezirk Daulat Abad in der Provinz Balch verdienen ihr Geld mit dem Knüpfen. Die 400 Euro für einen Teppich müssen sie unter sich aufteilen. Das Opium macht die Säuglinge oft für ihr Leben lang abhängig. Ein Drittel der Süchtigen des Landes lebt laut einer UNO-Statistik von 2005 im Norden Afghanistans, im Gebiet dieser Manufakturen.
Auch Aka Murat (40), der Ehemann einer der Knüpferinnen, wurde schon im Alter von wenigen Monaten von seiner Mutter, die ebenfalls Teppiche herstellte, mit Opium ruhig gestellt. „Mit etwa zwei Jahren war ich bereits daran gewöhnt. Wenn ich heute nicht zwei Mal am Tag Opium bekomme, habe ich Schmerzen und benehme mich wie ein Verrückter“, sagt der Süchtige, der in seinem Laden Kleidung verkauft. Das Opium für die Familie verschlingt etwa die Hälfte seines Einkommens: „Dafür geben wir jeden Tag 300 Afghani (rund vier Euro) aus.“
Kindergärten in Planung
„Wenn wir einen Kindergarten hätten, brauchten wir unseren Kindern kein Opium zu geben und auch kein Geld dafür auszugeben“, sagt Nasira. „Und ich bin mir sicher, dass in zehn Jahren dann niemand mehr hier Opium nehmen würde.“
In der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif gibt es Kinderkrippen, im Bezirk Daulat Abad jedoch keine. „In den nächsten fünf Jahren wollen wir vier Kindergärten bauen, einen davon in Daulat Abad“, sagt die Chefin der Provinzbehörde für Arbeit und Soziales, Fausia Hamidi. vom 29.11.2007
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