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Ohne Musik wäre das ganze Leben nur ein Irrtum.
-- Friedrich Nietzsche
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Verfasst von: Afghan-Info Team ::: am Sonntag, 18. Februar 2007, 16:24 Uhr ::: 80 Aufrufe
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WAS ABSEITS der täglichen Fernsehnachrichten in der Welt geschieht, davon kriegen die Menschen hierzulande selten etwas mit. Umso größer war das Interesse am Stimme-Forum am Freitagabend unter der Glaskuppel der Kreissparkasse Heilbronn. Zu Gast war Professor Dr. Michael Daxner, der den zahlreichen Besuchern über die Situation des vom Krieg gebeutelten Afghanistan berichtete. SO WEIT WEG sei Afghanistan gar nicht, erzählt der Soziologe und ehemalige Präsident der Oldenburger Universität. Manch Fernreiseziel sei da viel weiter weg. Michael Daxner ist seit 2003 in Afghanistan mit dem Aufbau des Hochschulsystems beschäftigt. In einem Land, in dem seit 25 Jahre Krieg herrscht, das Grundeinkommen unter einem Doller pro Tag liegt und der Boden von Minen verseucht ist. DIE PROBLEME in Afghanistan sind kompliziert, das wird den Besuchern klar beim Vortrags des gebürtigen Wieners. Daxner erzählt von dem traditionellen Stammesdenken der Menschen, von krassen Unterschieden in der Gesellschaft, von Kultur und Religion des Landes. "Das Taliban-Regime zu beenden war unbedingt geboten", sagt er, "doch den Wiederaufbau hat der Westen noch nicht geschafft." Frieden für Afghanistan heiße, "den zivilen Wiederaufbau vorantreiben und diesen vom Militär beschützen lassen".
FRIEDEN IM KRIEG gebe es trotz allem. "Frieden besteht etwa darin, dass wir das Bildungssystem wieder aufbauen", erzählt Daxner. 18 Universitäten mit insgesamt 40.000 Studenten gibt's in Afghanistan - "aber nur 10 Unis haben hinreichend Gebäude". Und das Land müsse mehr in die Bildung der Frauen investieren. Daxner: "Die Frauen sind die Zukunft des Landes."
UNTERSTÜTZUNG aus Heilbronn erfährt die Universität in Herat. Dorothea Braun-Ribbat stiftet die Bibliothek ihres verstorbenen Mannes, des Philosophen Eberhard Braun, der Universität. "Etwa 5.000 Bände warten in 61 Kisten in München auf den Abtransport", erzählt die Direktorin der Volkshochschule Heilbronn. Im April sollen die Bücher in dem neuen Bibliotheksgebäude in Herat eintreffen.
DIE DROGENFRAGE hat Karl-Ernst Schmitt aus Lauffen am meisten beeindruckt. In Afghanistan wird viel Opium angebaut. "Klar, die Bauern verdienen mit den Drogen mehr, als wenn sie Getreide anbauen würden", weiß Schmitt jetzt. "Ich bin beeindruckt von der ungefilterten Information eines Mannes, der im Land lebt."
ANGEREGT diskutierten die Besucher nach der Veranstaltung weiter. "Ich habe viele interessante und fundierte Neuigkeiten erfahren", erzählt die Heilbronnerin Petra Küfer begeistert. "Die Informationen kamen bei Daxner sehr glaubwürdig rüber", findet Andrea Scheme aus Heilbronn. Eugenia Wicha aus Heilbronn sieht sich darin bestätigt, "dass das, was man so weiß, nicht dem entspricht, wie es in dem Land tatsächlich ist." Dem pflichtet Eberhard Bauer, früherer Arbeitsamtsleiter, bei: "Mein Bild von Afghanistan hat mehr Tiefenschärfe bekommen."
Von Michael Gross - STIMME
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