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Frauen lieben die Besiegten, aber sie betrügen sie mit den Siegern.
-- Tennessee Williams
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Verfasst von: Afghan-Info Team ::: am Sonntag, 04. März 2007, 20:28 Uhr ::: 68 Aufrufe
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Dschalalabad - Was passierte wirklich auf der Straße nach Dschalalabad? Nach einem Anschlag auf ihren Konvoi eröffneten US-Soldaten das Feuer - und sollen bis zu 10 Zivilisten getötet haben. Aufnahmen von Fotografen und Kameraleuten löschten die Militärs. Auslöser der Gewalt war ein Selbstmordanschlag. Augenzeugen sagten, die Soldaten hätten auf einem rund fünf Kilometer langen Abschnitt einer Schnellstraße auf Autos und Fußgänger geschossen. "Sie feuerten überallhin, sogar auf 14 oder 15 Fahrzeuge, die vorbeifuhren", sagte der 38-jährige Tur Gul, der das Geschehen an einer Tankstelle erlebte und von zwei Kugeln an der Hand verletzt wurde. "Sie haben auf alle geschossen, auf die, die in den Fahrzeugen saßen und auf die, die zu Fuß gingen." Der Vorfall ereignete sich nahe der Stadt Dschalalabad. Der Verwaltungschef von Schinwar, Mohammed Chan Katawasi, sagte, nach dem Autobombenanschlag hätten die Amerikaner jedes Fahrzeug und jede Person entlang der Schnellstraße als potentiellen Angreifer betrachtet. Die US-Streitkräfte erklärten, die Soldaten hätten sich nur verteidigt. Sie seien nach der Bombenexplosion von mindestens drei Punkten aus beschossen worden. Wahrscheinlich seien die Schüsse, die aus dem Hinterhalt auf den Konvoi abgegeben worden seien, zumindest für einen Teil der zivilen Opfer verantwortlich, sagte ein Militärsprecher. Der Vorfall werde untersucht.
Die Angaben zur Zahl der Opfer schwankten erheblich. Während die US-Streitkräfte zunächst von 16 Toten sprachen, korrigierten sie ihre Angaben später nach unten und erklärten, es seien acht Zivilisten getötet und 35 verletzt worden. Laut Innenministerium kamen zehn Menschen ums Leben.
US-Soldaten am Ort des Anschlags löschten Aufnahmen, die ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP sowie ein Kamerateam der Fernsehnachrichtenagentur APTN gemacht hatten. In einem Telefonat mit AP bekannte sich ein Anrufer im Namen der militanten Gruppe Hisb-i-Islami zu dem Autobombenanschlag. Er erklärte, die Hisb-i-Islami habe Verbindungen zu den Taliban.
Die in die Schießerei verwickelten Truppen gehörten nicht zur Nato-Schutztruppe Isaf. Dem Vernehmen nach handelte es sich um eine Sondereinheit der US-Marineinfanterie.
Das Vorgehen der US-Truppen führte zu wütenden Protesten in der Gegend, die rund 50 Kilometer westlich der pakistanischen Grenze liegt. Mehrere hundert Afghanen blockierten die Straße und bewarfen Polizisten mit Steinen. Einige riefen "Tod Amerika!".
Der afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta warf Pakistan terroristisches Verhalten vor. "Pakistan sollte Terror nicht als Mittel der Außenpolitik einsetzen", sagte Spanta vor Parlamentariern. "Ich würde mir wünschen, die internationale Gemeinschaft würde Staaten, die die Taliban unterstützen, nicht belohnen." Die afghanische Regierung beschuldigt Pakistan immer wieder, islamischen Extremisten Unterschlupf zu gewähren. Pakistan weist diese Vorwürfe zurück und versichert, den Terrorismus mit allen Mitteln zu bekämpfen.
Der pakistanische Sender Geo TV meldete heute, internationale Truppen in Afghanistan hätten einen pakistanischen Grenzposten im halbautonomen Stammesgebiet Nord-Wasiristan beschossen. Die Geschosse hätten den Posten verfehlt. Die USA drängen die pakistanische Regierung, härter gegen Extremisten vorzugehen.
wal/AP/dpa
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