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Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist dem Auge unsichtbar.
-- Antoine de Saint-Exupery
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Verfasst von: Afghan-Info Team ::: am Donnerstag, 07. Juni 2007, 17:27 Uhr ::: 107 Aufrufe
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Bei einem Truppenbesuch in Afghanistan hat Bundesverteidigungsminister Jung die Notwendigkeit des deutschen Engagements in dem ehemaligen Bürgerkriegsland bekräftigt: "Wir dürfen jetzt nicht abziehen und den Taliban dieses Land überlassen", so Jung. Mit dem Bundeswehr-Stützpunkt im nordafghanischen Kundus besuchte Verteidigungsminister Franz Josef Jung genau das Lager, das vor gut zweieinhalb Wochen einen tragischen, weil tödlichen Zwischenfall zu beklagen hatte: Ein Bundeswehr-Trupp hatte sich - eigentlich gut bewacht - zum Einkauf auf einen belebten Markt begeben. Trotzdem schaffte es ein Selbstmordattentäter, sich unmittelbar neben den Männern in die Luft zu sprengen - dabei riss er nicht nur drei Soldaten in den Tod, sondern auch zahlreiche afghanische Zivilisten.
Die Betroffenheit beim Wiederaufbauteam in Kundus sei noch groß, sagte Jung nach dem Treffen. Der Verteidigungsminister zog sich dabei auch mit Soldaten hinter verschlossene Türen zurück, die den Anschlag vom 19. Mai aus unmittelbarer Nähe erleben mussten. Er könne nur hoffen, dass die Hintermänner bald dingfest gemacht würden, sagte Jung. Schnell hatten die Taliban die Verantwortung für den Anschlag für sich reklamiert.
Doch genaue Erkenntnisse liegen offenbar noch nicht vor: Selbst nach den Verantwortlichen für die Bluttat zu suchen, ist den Deutschen auch gar nicht möglich - derart polizeiliche Maßnahmen sind vom Bundestagsmandat her nicht vorgesehen. Deshalb ist man in diesem Fall auf die Zusammenarbeit mit der afghanischen Polizei angewiesen. Die Bundesregierung übe aber genug Druck auf die afghanische Regierung aus, damit es hier auch vorangehe, betonte Jung.
Aus Sicherheitsgründen verlassen deutsche Patrouillen derzeit nur noch in gepanzerten Fahrzeugen das Lager in Kundus - und steigen auch nicht mehr aus wie noch vor zweieinhalb Wochen. Das habe man vorerst so verfügt, bestätigte Jung. Eine Sicherheitsmaßnahme, die unmittelbaren Kontakt zur afghanischen Bevölkerung natürlich unmöglich macht und deshalb auch eher als vorübergehende Notlösung gesehen wird.
Die Nähe zu den Menschen im Land sei nämlich wichtig, hatten Militärs und Politiker immer wieder betont. Nur so könne man das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen - und übrigens auch Informationen über mögliche Anschlagspläne erhalten. Deshalb äußerten Soldaten im Camp auch die Hoffnung, dass diese Vorschrift bald wieder aufgehoben werden möge und sie sich wieder frei draußen bewegen könnten wie vorher auch.
Zweifel an der Mission selbst gibt es nach Aussagen Jungs trotz des blutigen Anschlags nicht: die Soldaten würden den Blick nach vorn richten, sagte Jung. Und sie wüssten dabei die afghanische Bevölkerung an ihrer Seite: 95% stünden zu den Deutschen - die Aufbauarbeit müsse fortgesetzt werden. Der Besuch des Verteidigungsministers in Afghanistan findet dem zum Trotz unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt: Jung hatte die Reise vorher nicht angekündigt. Von der Bundeswehr hieß es, es befänden sich weiter Attentäter in der Region.
Quelle: tagesschau.de
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