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Struck zur Verstärkung des Afghanistan-Kontingents bereit

Verfasst von: Afghan-Info Team ::: am Sonntag, 01. Juli 2007, 15:07 Uhr ::: 117 Aufrufe

Nachrichten Berlin - Es ist der derzeit größte Auslandseinsatz der Bundeswehr: Fast 3000 Soldaten sind in Afghanistan stationiert - werden es bald noch mehr? SPD-Fraktionchef Struck hat sich zu einer Aufstockung des Kontingents bereit erklärt, wenn Militärs dies für nötig halten. SPD-Fraktionschef Peter Struck ist zu der von Militärs geforderten Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan bereit. Struck verwies heute in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" darauf, dass schon fast 3000 Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan im Einsatz seien. "Wenn der Führungsstab der Streitkräfte meint, es seien mehr erforderlich, bin ich dazu auch wirklich bereit."
Der ranghöchste deutsche Militär in Kabul, Isaf-Stabschef Bruno Kasdorf, hatte am Donnerstag mehr Truppen zum Schutz des Wiederaufbaus gefordert. Die insgesamt 40.000 internationalen Truppen, die derzeit in Afghanistan stationiert sind, seien "ganz eng genäht", sagte er. "Einige tausend Soldaten könnten schon einen großen Unterschied machen."

Struck sprach sich auch dafür aus, die Bundeswehr weiter an dem umstrittenen Anti-Terror-Einsatz "Enduring Freedom" (OEF) in Afghanistan zu beteiligen. "Wir können uns nicht einfach rausschleichen", sagte Struck. Im Deutschlandfunk betonte er: "Es gibt niemanden, der ernsthaft den Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan verlangt." Das Mandat für die internationale Schutztruppe Isaf werde auf jeden Fall im Herbst verlängert. Auch für den Einsatz deutscher Aufklärungstornados erwartete der SPD-Fraktionschef eine Verlängerung. "Die Skepsis ist eher zurückgegangen", meinte er im Hinblick auf den Tornado-Einsatz.

Der Bundestag entscheidet im Herbst über die Verlängerung der Afghanistan-Mandate für die Internationale Schutztruppe Isaf, die US-geführte OEF und den deutschen Tornado-Einsatz. Zahlreiche SPD-Fraktionsmitglieder hatten zuletzt eine weitere Beteiligung der Bundeswehr an der OEF in Frage gestellt. Im Rahmen der OEF hält Deutschland bis zu hundert KSK-Soldaten für einen Anti-Terror-Einsatz in Afghanistan bereit. Die Soldaten sind allerdings seit 2005 nicht mehr angefordert worden. Am 4. Juli will die SPD-Fraktion in einer Sondersitzung über die Afghanistan-Missionen beraten.

Zur Debatte über das OEF-Mandat sagte Struck: "Da muss man sehr genau überlegen." Es bleibe dabei, dass man gegen den internationalen Terrorismus in Afghanistan genauso vorgehen müsse wie gegen den am Horn von Afrika, wo die deutsche Marine im Einsatz ist. "Ich bin nach wie vor dafür, dass wir auch ernsthaft unsere Kommandospezialkräfte, hier in diesem Rahmen des Mandats Kampf gegen den Terrorismus tätig zu werden, auch anbieten." Ein Expertenteam der SPD-Fraktion empfiehlt eine Überprüfung der deutschen Beteiligung an "Enduring Freedom". "Der Vorratsbeschluss wird seit zwei Jahren nicht abgerufen. Darum stellt sich die Frage, ob dies noch notwendig ist", sagte der Leiter der Task Force Afghanistan, Detlef Dzembritzki, der "Welt am Sonntag".

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) betonte, dass sowohl die Isaf-Schutztruppe als auch die Anti-Terror-Einheiten gebraucht würden. Jung wandte sich gegen die Zusammenlegung von OEF und Isaf, wie sie von einzelnen Abgeordneten aus Union und SPD vorgeschlagen worden war. "Wir werden für den Wiederaufbau, die Stabilisierung und die weitere Schaffung von Sicherheit in Afghanistan auch in Zukunft die beiden Mandate Isaf und OEF dringend benötigen", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Die Nato fordert offenbar einen zeitlich unbegrenzten Einsatz der Bundeswehr-Tornados in Afghanistan (mehr...). Nach Informationen von "Bild am Sonntag" ging bei Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan eine entsprechende offizielle Anfrage des Bündnisses ein. Dabei lobe die Nato den "exzellenten Einsatz" der deutschen Aufklärer.

Insgesamt sechs Aufklärungsflugzeuge des Typs Recce-Tornado sind seit April in Afghanistan im Einsatz. Die Jets leisten ihre Aufklärungsarbeit für die Nato auch im heiß umkämpften Süden des Landes. Ihr Mandat ist zunächst bis zum 13. Oktober begrenzt.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,491681,00.html
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