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100 Todesurteile bestätigt

Verfasst von: Afghan-Info Team ::: am Mittwoch, 07. Mai 2008, 16:53 Uhr ::: 32 Aufrufe

Nachrichten In Afghanistan hat der Oberste Gerichtshof ein lange gehütetes Geheimnis gelüftet und die Bestätigung von 100 Todesurteilen bekannt-gegeben. Rechtsexperten wie Wadi Safi von der Universität in Kabul stellen die Rechtmäßigkeit der Todesurteile in Frage. »Die meisten Prozesse wurden ohne Beobachter hinter verschlossenen Türen verhandelt«, erklärte er. Oft sei den Angeklagten zudem ein Anwalt verweigert worden. Besonders vorsintflutlich seien die Rechtsvorstellungen bei den Regionalgerichten. Solche Vorwürfe weist der Oberste Gerichtshof, der bei der Ernennung neuer Richter für die unteren Instanzen eine entscheidende Rolle spielt, weit von sich. Alle Prozesse, die mit der Todesstrafe für den Angeklagten ausgegangen seien, seien transparent gewesen.
»Wir haben professionelle Richter, die die richtigen Entscheidungen treffen«, behauptete Abdul Rashid Rashed, ein Mitglied des höchsten afghanischen Gerichtes.

Gegen diese Einschätzung spricht der Fall des jungen Journalisten, Sayed Parwez Kambakhsh. Er wurde im Januar zum Tode verurteilt, weil er das Internet »mißbraucht« haben soll und einen kritischen Artikel über die Lehren Mohammeds zur Rolle der Frau in der Gesellschaft in Umlauf brachte.

»Kambakhsh hatte keinen Anwalt, und seine Familie geht davon aus, daß er in der Haft mißhandelt wurde«, sagt Elaine Pearson von der internationalen Menschenrechtsorganisation »Human Rights Watch« (HRW). Die Organisation sieht in diesem Fall einen Beleg für die Rigidität der ultra-konservativen und streng religiösen regionalen Richter. Kambakhsh wurde in der entlegenen nördlichen Provinz Balkh verurteilt, mittlerweile aber in eine Haftanstalt in der Hauptstadt Kabul verlegt. Aus dem Umfeld des afghanischen Staatspräsidenten Hamid Karsai ist zu hören, daß der junge Mann bald freikommen könnte. (Quelle: JungeWelt.de)

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